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Tradition und modernes Leben - Fest der Tänze auf Bali

Balinesische Tänze sind traditionelle Rituale und Zeremonien aus hinduistischem Hintergrund. Viele Bali-Besucher sind begeistert, vor allem wenn sie an diesen Tanzspektakeln in den Dörfern teilnehmen dürfen.

Die Tänze auf Bali haben unterschiedliche Hintergründe. Es gibt sogenannte Trancetänze, die der Stärkung der „Krieger“ dienen und Tempeltänze, die in ihrer Reinheit der Freude balinesischer Götter dienen und fürstliche Tänze in Palästen, die dem Hofstaat Erbauung und Kultur bringen sollte.

Heutzutage gibt es neben den traditionellen Tanzvarianten auch moderne Choreographien, die Tradition und modernes Leben vereinigen.

Bei den Trancetänzen wird durch bestimmte Atemtechniken eine Trance erzeugt, die in vielen unterschiedlichen Kulturen anzutreffen ist. Die ekstatischen Zustände, die dadurch entstehen, sind eine Art Kulthandlung in religiösem Kontext.

Oft finden Trancetänze in gemeinschaftlichen Ritualen statt. Bei den Trancetänzen tanzen die Darsteller über glühende Kohlen und beeindrucken durch vielerlei Künste der Körperbeherrschung.

Legong

Tänzerin beim Legong-Tanz

Den Legong tanzen geschmückte und geschminkte Mädchen, die Prinzessinnen gleichen. Mit ihrer Anmut wollen sie die Götter erfreuen und natürlich auch ehren. Die erzählte Geschichte ist einfach: ein Prinz und eine entführte Prinzessin sind die Protagonisten und werden durch zwei Tänzerinnen dargestellt, die gleich gekleidet sind.

Eine dritte Tänzerin bietet die Darstellung des Boten und kennt das Happy End der Geschichte. Sie wird als die Condong bezeichnet.

Die Prinzessin verirrt sich und wird von einem König gefangen genommen, der jedoch gegen ihre Reinheit keine Chance hat. Sie wehrt ihn konstant ab.

Der Spannungsaufbau des Tanzes lebt von synchronen und asynchronen Wechseln und zeichnet sich durch eine enorme körperliche Disziplin bis in die Finger- und Zehenspitzen aus.

Der Tanz darf nur von reinen Mädchen getanzt werden, wobei diese Vorgabe der Reinheit heutzutage durch vielfältige Touristendarbietungen nicht mehr ganz so ernst genommen wird.

Der Legong ist nicht besonders alt. Man tanzt ihn seit dem 19. Jahrhundert, wo er an fürstlichen Höfen aufgeführt wurde. Als nicht abendfüllender Tanz wird der Legong in der Regel in Kombination mit anderen Tänzen aufgeführt.

Tänzerinnen, die den Legong tanzen, beginnen mit ihren ersten Tanzversuchen bereits im Alter von fünf Jahren. Die Schrittfolgen sind kompliziert und erfordern ein hohes Trainingsniveau. Das ist auch der grund, warum die meisten Tänzer sich auf eine Art Tanz spezialisiert haben.

Barong-Tanz auf Bali

Barong Tanz

Der Barong ist eine Art Tanz-Drama, in dem die Balance zwischen Gut und Böse hergestellt wird. Die Tänzer bemühen sich um den Ausgleich der Dualität des Lebens, die Darstellung beschäftigt sich mit dem Ringen und Kämpfen zwischen Ordnung und Chaos.

Barong ist die Figur des „Guten“ und wird in der Regel von zwei Männern in Löwenmaske getanzt. Die beiden kämpfen gegen die Hexe Rangda, Verkörperung des Bösen. Die gesamte Handlung entstammt indischen Mythen.

Der Tanz endet unentschieden und genau darin liegt die Weisheit: Gut und Böse gehören zusammen und eins ohne das andere ist nicht denkbar.

Der Barong-Tanz ist nicht nur anschaulich, er ist auch besonders lebendig und erfreut sich unter den Touristen der „Insel der Dämonen“ großer Beliebtheit. Seine Wurzeln liegen in animistischen Zeiten. In dem das beinahe exorzistische Beschwörungsdrama die Dämonen verjagen sollte.

Der Kecak-Tanz im Tempel Uluwatu

Kecak Tanz

Der Kecak ist ein traditioneller Trancetanz in Bali, in dem sich bei Nacht im Schein von Fackeln unzählige Tänzer mit nackten Oberkörpern der tänzerischen Umsetzung verschiedener Geschichten aus dem Ramayana widmen.

Der Kecak ist ein wildes Spektakel mit befreiendem Charakter. Der Kecak wird auch als Feuer-Tanz bezeichnet und entstammt altbalinesischen Ritualen mit Beschwörungscharakter.

In den dreißiger Jahren soll Walter Spiess für seinen Film „Insel der Dämonen“ eine Neuchoreographie verschiedener balinesischer Tänze erschaffen haben. Die Geschichte des Kecak allerdings ist uralt.

Bis zu Hundert schwarzweiß gekleidete Männer symbolisieren die Armee des Affengenerals Hanuman umringen die Tänzer im Kreis, während sie monoton hypnotisierend Ke-cak rufen. Die Tänzer geraten in Trance und können über glühende Kohlen laufen.

Viele weitere Tänze prägen Bali

Damit ist jedoch in Bali an Tänzen noch nicht genug. Neben diesen bekannten Tänzen existieren unendlich viele Tanzformen, die sich diverser Themen annehmen.

Der Puspanjali gilt als traditioneller Bali-Tanz. Der Baris als ein reiner Männertanz, der Kebyar duduk beschäftigt sich mit Themen der Jugendlichen und der Oleg tambulilingan exotischerweise mit dem Liebesleben eines Hummelpärchens.

Bali bietet wirklich viel, wenn es um Tanz geht und verbindet Religion mit Festen der Fröhlichkeit.

Musik bringt das Gamelan-Orchester

Gamelan im Taman Mini

Natürlich kann es keinen Tanz ohne Musik geben. Bei den balinesischen Tanzfesten gibt es immer das Gamelan Orchester, das verschiedene Instrumente einsetzt. Oft sind die Instrumente aus Metalldeckeln in verschiedenen Formen und Größen gemacht, die unterscheidliche Klänge erzeugen.

Hämmer und Stöcke sind die Schlagwerkzeuge, die diesen Metallteilen die Musik entlockt. Nicht auf Anhieb kann jedes Ohr darin Musik erkennen. Vor allem tun sich westliche Menschen damit schwer.

Der Gamelan-Musiker weiß was er tut, auch wenn es zuweilen ein sonderbar erscheinendes Durcheinander verschiedener Instrumente zu sein scheint. Noten benutzt der balinesische Musiker beim Gamelan-Konzert nicht.

Die Musiker arbeiten mit großem Feingefühl, einem sehr guten Gehör und einer bemerkenswerten Intuition. Die Gamelan-Musiker sind oft nicht älter als fünf oder sechs Jahre.