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Yogyakartas Gründung und die Herrschaft des Sultans

Das heutige Yogyakarta entstand im Jahre 1755, nachdem das alte Sultanat Mataram zweigeteilt wurde und zwar in Yogyakarta und Solo (auch Surakarta genannt).

Beide Reiche hatten von diesem Zeitpunkt an einen eigenen Königshof und lagen lange Zeit in kulturellem Wettbewerb miteinander. Beide Reiche entwickelten in Folge eigene Stile im Wayangtheater und Gamelanspiel, die noch immer deutlich spürbar sind.

Ein Bild Hamengkubuwonos IX im Museum des Sultanspalastes

Museum des Sultanspalastes

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Der Sonderstatus wurde Yogyakarta, in Anerkennung der Macht des Sultans, im Jahr 1950 zuerkannt, nachdem Sultan Hamengkubuwono IX 1945 die Unabhängigkeitsbetrebungen unterstützte und Yogyakarta dem Staat Indonesien zuordnete.

In dieser Zeit (von 1945-1950) war Yogyakarta zeitweilig auch die Hauptstadt der neu gegründeten Republik Indonesien. Heute ist Yogyakarta eines der Gebiete mit der höchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Die Stadt selbst erstreckt sich über ein Gebiet von etwa. 33 Quadratkilometern, in dem ca. 636.660 Menschen (Stand 2006) leben.

Die Durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 19.200 Einwohner pro Quadratkilometer.

Seit einiger Zeit wird auch versucht Yogyakarta als Eingangstor für Touristen, welche die Insel Java besuchen, zu vermarkten und tatsächlich bietet Yogyakarta einen hervorragenden Startpunkt zu vielen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Diese befinden sich allerdings nicht nur in Yogyakarta selbst, der berühmte Tempel Prambanan ist nur ca. 20 Minuten Fahrstrecke entfernt, bis zum Tempel Borobudur benötigt man per Auto etwa 40 Minuten.

Durch die Nähe zu diesen Tempeln, aber auch durch die vielen Sehenswürdigkeiten und Kulturveranstaltungen ist Yogyakarta, nach Bali, das beliebteste Ziel von Indonesien-Touristen.

Neben der traditionellen Kultur finden sich ich Yogyakarta allerdings auch viele junge, moderne Künstler, Musiker und Filmemacher. So gibt es zahllose Galerien, die Werke von neuen Talenten zeigen, teilweise vertreiben diese die Kunstwerke auch bis nach Amerika und Europa.

Die Konzentration der Kultur in Yogyakarta ist auch eine Folge der Ausbildungsstätten für Künstler in Yogyakarta. Die bekannteste Ausbildungsstätte für junge Künstler ist die 1984 gegründete Universität Seni Indonesia Yogyakarta, (Indonesisches Kunstinstitut), kurz ISI.

Das Institut bildet Künstler in der verschiedensten Bereichen aus. Die verschiedenen Fakultäten bilden Studenten in Malerei, Bildhauerei und der Bearbeitung von Materialien, wie Holz, Batik, Metall usw. aus.

Ebenso ist die darstellende Kunst ein zentraler Bestandteil. Hierbei werden traditionelle Formen, wie Tänze, Musik aus den verschiedenen Regionen Indonesiens, das Schattenspiel ebenso gelehrt wie moderne Kunstformen, in Tanz, Musik und Schauspielerei.

Der Großteil der Studenten sind natürlich Indonesier, die Universität steht allerdings auch Studenten aus anderen Teilen der Welt offen.

Das Erdbeben und der Ausbruch des Vulkans Merapi im Jahr 2006

Der Vulkan Gunung Merapi

Der Vulkan Gunung Merapi

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Im Jahr 2006 wurde Yogyakarta durch ein Erdbeben und den Ausbruch des Vulkans Merapi tief erschüttert. Die Schäden beliefen sich auf über 2 Milliarden Euro. Größtenteils waren Wohngebäude von den Zerstörungen betroffen.

Mehr als 5.700 Menschen kamen beim Erdbeben, daß eine Stärke von 6,3 auf Richterskala hatte ums Leben und über 30.000 wurden verletzt. Über 135.000 Häuser wurden teilweise schwer beschädigt und ca. 600.000 Menschen wurden obdachlos.

Eine weitere Folge war natürlich auch, daß der Tourismus kurz nach dem Erdbeben fast zum Erliegen kam.

Durch ein, auch international unterstütztes Hilfsprogramm zum Wiederaufbau wurden inzwischen viele beschädigte Häuser renoviert. Die Weltbank lobte Indonesien sogar für den schnellen Fortschritt beim Wiederaufbau der von dem Erdbeben betroffenen Gebiete.

Bis 2008 wurden 270.00 Häuser neu errichtet und 253.000 renoviert und über 90% der Obdachlosen konnten inzwischen ein neues zu Hause finden. Glücklicherweise verschwanden nur wenige der zur Verfügung gestellten Gelder in dunklen Kanälen, die Korruption war vergleichsweise gering.

Der Erfolg des Wiederaufbauprogramms beruhte, neben ausländischer Hilfe, auch auf einer starken Führung und Unterstützung durch die Zentralregierung.

Weitere positive Faktoren waren, eine hohe Transparenz bei den verwendeten Mitteln und Zuständigkeiten, eine starke Einbindung der lokalen Bevölkerung und den Erfahrungen, die während der Tsunami-Katastrophe in der Region Aceh gesammelt werden konnten.